Bericht von Kai Vogtländer
An dem Jedermannrennen der Vattenfall Cyclassics in Hamburg am 7.September 2008 habe ich auf der 155 km-Strecke teilgenommen. Das war meine insgesamt fünfte Teilnahme an der Cyclassics und das zweite Mal auf der längsten Strecke. Das Wetter war an diesem Tag sehr gut. Wolkenloser Himmel, morgens schon knapp 20° Grad warm und recht windstill.
Der Startblock I, zu dem ich gehört habe, wurde um kurz vor halb neun Uhr auf die Strecke geschickt. Die Strecke ging an der Speicherstadt vorbei durch die Hamburger Stadtteile Veddel, Wilhelmsburg und Harburg Richtung Nordheide. Der südlichste Punkt der ersten Schleife ist kurz vor Holm-Seppersen. Von dort geht es durch Buchholz in der Nordheide und
Rosengarten zurück nach Hamburg. Die Fahrt über die Köhlbrandbrücke war einfacher als sonst, da es diesmal keinen Gegenwind gegeben hat. In der Hamburger Innenstadt, kurz vor dem Hauptbahnhof (Kilometer 96), trennen sich die Felder der 100km- und 155km-Fahrer. Bis zu der Stelle sind immer so viele Radfahrer unterwegs, dass es stets ein Hinterrad gibt, an das man sich hängen kann. Das eigene Hinterrad ist ebenfalls immer besetzt. Das Feld ist ein großer, bunter Lindwurm. Auf den letzten knapp 60 km wird die Strecke leerer, stellenweise einsam.
Die Runde Richtung Westen führt an dem ehemaligen Volksparkstadion vorbei und von Schenefeld aus nach Appen-Etz. Auf der autobahnähnlichen Straße hatte das Tempo nachgelassen, da niemand so recht die große Gruppe anführen wollte. Außerdem war mittlerweile (Gegen)Wind aufgekommen. Nach einer Zeit hatte sich eine vier Mann starke Gruppe davor gesetzt und das Tempo gemacht. Diese vier haben sich dankenswerter Weise regelmäßig untereinander abgewechselt (und auch keinen Möglichkeit zur Unterstützung gelassen), so dass man selbst nur nicht den Kontakt zu ihnen verlieren durfte. Über Holm ging die Strecke nach Wedel an die Elbe und von dort über die berühmte Kösterbergstraße nach Blankenese. Die Kösterbergstraße ist sozusagen der Haushügel der Hamburger Radfahrer. Ich hatte selbst zwei Jahre lang nicht weit von der Strecke über den Elbhang gewohnt und mich auf den Streckenabschnitt gefreut. Leider habe ich von dem Teilstück nicht viel mitbekommen, da ich zu dem Zeitpunkt “im Tunnel” gewesen bin und ein paar Kilometer zuvor aus der Gruppe heraus gefallen war. Auf der Elbchaussee konnte ich mich wieder erholt und habe die letzten zwölf Kilometer sehr genossen. So sehr, dass die Mönckebergstraße und damit das Ziel überraschend schnell erreicht waren.
Insgesamt habe ich für die die 155km-Strecke 4:28 Stunden benötigt (das entspricht Platz 1989 von 2767 Startern). Das war neun Minuten schneller als im vorigen Jahr. Der Halt an der offiziellen Verpflegungsstelle bei Kilometer 103 hatte 4 bis 5 Minuten gedauert. Eine private Proviantstelle kostet natürlich weniger Zeit. Trotzdem bin ich mit meinem Ergebnis
zufrieden. Ich wollte sturzfrei und unter viereinhalb Stunden über die Strecke kommen. Für ein deutlich besseres Ergebnis hätte ich mich intensiver vorbereiten müssen. Dafür hatte mir die Zeit gefehlt.