Extremradtour Fichkona über 618 km
23.-24.07.2007
618 km vom Fichtelberg im Erzgebirge zum Kap Arkona auf Rügen in 21 Stunden und 20 Minuten
Wer immer glaubt, man könne mit dem Rad über 600 km an einem Streifen nur in Norwegen anlässlich der Massenveranstaltung Trondheim-Oslo zurücklegen, der irrt sich.
Am vergangenen Wochenende wurde die 10. Auflage der Extremradtour „Fichkona“ über 618 km ausgetragen. Zur Jubiläumstour waren 170 Radsportler auf den Straßen zwischen dem Fichtelberg im Erzgebirge und dem Kap Arkona, dem nördlichsten Punkt der Insel Rügen, unterwegs. Unter ihnen unser Musketier Peter Heisterkamp. In 4 Gruppen mit jeweils 2 Fahrzeugen ging es um 10.00 Uhr morgens vom 1214 m hohen Fichtelberg zunächst in rasender Abfahrt 20 km bergab. Bis Chemnitz mussten 3 mittlere Anstiege bewältigt werden. Bis Grimma bei Kilometer 120 war es noch hügelig mit einigen kurzen giftigen Anstiegen. Durch flaches bis leicht hügeliges Terrain in der Dübener Heide erreichte man den zweiten Rastpunkt.
In Wittenberg überquerten die Sportler dann die Elbe und die danach schnurgeraden Straßen führten direkt nach Potsdam. Berlin wurde auf der Westseite umfahren und in Oranienburg ging es auf die B96, der man fast bis zum Kap Arkona folgte. Ab Neubrandenburg wurde es dunkel und der „Ritt“ ging über die erstaunlich vielen Hügel in Mecklenburg. Ab Greifswald konnten sich die Fahrer im flachen Gelände etwas erholen, bevor dann die müden Kämpfer von der aufgehenden Sonne vor Rügen empfangen wurden. Bis zum Kap Arkona mussten noch einmal die restlichen Kräfte mobilisiert werden, was angesichts des näher gerückten Zieles nicht mehr schwer fiel.
Abgekämpft, aber stolz und glücklich erreichte auch unser Peter mit seiner Gruppe von ca. 35 Fahrern nach einer reinen Fahrtzeit (ohne Pausen) von 21 Stunden und 20 Minuten (Schnitt von 29 km/h) um 11.00 Uhr das Ziel.

Es war ein einmaliges Erlebnis. Insbesondere beeindruckend war die hervorragende Organisation, die auch dafür verantwortlich war, dass die Gruppen sehr zügig vorankamen. So mussten z.B. die Teilnehmer, die einen Defekt hatten, in das hinter der jeweiligen Gruppe fahrende Fahrzeug steigen, um ihr Fahrrad zu reparieren, während die Gruppe weiter ihr Tempo halten konnte.
Nach einer Nacht im Schlafsack in einer Turnhalle auf Rügen wurden die Teilnehmer samt ihrer Räder mit Bussen wieder an den Ausgangspunkt zurückgebracht.
Tolle Leistung von Peter, der vom Alter her nun auch nicht mehr der Jüngste ist und der vor Antritt dieser (Tor-)Tour ca. 5000 Trainingskilometer in den Beinen hatte. Chapeau!
